Mit tba – continues widmen wir uns in 2025 auch dem öffentlichen Raum rund um die Reeperbahn.
930 m – bis zu 50.000 Menschen jedes Wochenende – 30 Millionen Menschen im Jahr. Auf der Strecke und in Seitenstraßen: Jede Menge Clubs und Bars mit Konzerten und Partys. Die Hamburger Reeperbahn ist eines der bekanntesten Nachtlebenviertel weltweit – und auch ein Brennpunkt für
Gewalt im öffentlichen Raum. Darunter verstehen wir jegliche verbale oder nonverbale Übergriffe, sexualisierte und rechte Gewalt und Diskriminierungen – von mikroaggressiven Sprüchen bis zu rassistischen und homophoben Übergriffen oder sexueller Nötigung.
Laut der Hamburger Kriminalitätsstatistik 2024 sind Straftaten im Zusammenhang mit dem Nachtleben gestiegen. Besonders auffällig ist der Anstieg der Fallzahlen und die hohe Konzentration gemeldeter Fälle im Kontext von Übergriffen auf der Reeperbahn, wobei laut Fachleuten nur ein Bruchteil der tatsächlichen Vorfälle erfasst wird. Die Dunkelziffer ist hoch – viele Betroffene melden Vorfälle nicht aus Scham, mangelnden Beweisen, fehlenden niedrigschwelligen Meldemöglichkeiten oder fehlendem Bewusstsein über Grenzverletzungen.
Der öffentliche Raum ist Teil des Cluberlebnisses. Wege zum Club, das Warten vor dem Einlass, das Heimgehen in den frühen Morgenstunden oder das Feiern vor der Tür gehören untrennbar dazu. Clubkultur endet nicht an der Tür: Wer sich für ein sicheres Nachtleben einsetzt, muss auch den öffentlichen Raum mitdenken.
Projektziele:
· Die Öffentlichkeit für das Thema ‚Gewalt und Diskriminierung im öffentlichen Raum‘ sensibilisieren, Bildung und Empowerment.
· Erfahrungen und Fallzahlen aus der Praxis sammeln.
· Erste Lösungsansätze für mehr Gewaltschutz rund um die Reeperbahn erörtern, mit dem Ziel ein Schutzkonzept für den Kiez zu entwickeln.
Zentrale Fragestellung: Was können Stadtakteur:innen und Besuchende für mehr Gewaltschutz im Öffentlichen Raum der Reeperbahn tun? Was brauchen Betreibende, Mitarbeitende und Anwohnende dafür?
Es folgen bald umfangreiche Infos zu Hintergrund, Prozess und Umsetzung, dran bleiben!
WAS BISHER GESCHAH
Willkommen auf unserer Seite zum Thema Schutz vor Gewalt und für mehr Sicherheit auf dem Hamburger Kiez!
2025 starten wir ein neues Projekt rund um die Reeperbahn.
Unser Ziel: Menschen sollen sicherer feiern.
Dafür sind wir im Sommer 2025 mit einem Container auf dem Spielbudenplatz vertreten und bringen euch darin Eindrücke, Informationen sowie interaktive Angebote mit.
Auf dieser Seite zeigen wir euch, wie unser Projekt entsteht, wie es sich entwickelt und was wir dabei lernen. So könnt ihr alles mitverfolgen und verstehen, wie und warum wir das machen.
Die Reise beginnt Ende 2024 – seid dabei!

Dezember 2024:
Wir eruieren den Wunsch nach einem Projekt im öffentlichen Raum
Nach dem erfolgreichen Start des „to be aware“ (tba) Programms im vergangenen Jahr und inspiriert durch den Austausch mit Projekten aus anderen Städten, die sich mit Schutzmaßnahmen im öffentlichen Raum beschäftigen, spüren wir den Antrieb, uns verstärkt dem Kiez zu widmen – insbesondere der Reeperbahn, die diese Aufmerksamkeit dringend braucht.
17.12.2025 : Erste gemeinsame Ideen-Entwicklung
Wir als Vorstand des Clubkombinats setzen uns mit dem Nachtbeauftragten St. Pauli zusammen, um unsere Gedanken zu teilen. Wir sprechen darüber, dass die Reeperbahn und ihre Clubkultur Unterstützung bei der Entwicklung eines Gewaltschutz-Konzepts benötigt.
Warum?
Die Reeperbahn ist ein Hotspot für’s Nachtleben und zieht dabei unzählige sehr unterschiedliche Menschen an. Dadurch wird sie allerdings auch zum Brennpunkt für Gewalt.
Während das BKA zwar berichtet, dass die Kriminalität allgemein leicht zurückgeht, steigt sie auf St. Pauli. Nahezu jede dritte gefährliche Körperverletzung wird laut Statistik auf St. Pauli & St. Georg begangen. Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung sind zuletzt um 3,1 Prozent gestiegen.
Besonders auffällig: Der Fallzahlenanstieg und die hohe Konzentration der gemeldeten Fälle auf der Reeperbahn, welche laut Fachleuten nur einen Bruchteil der Realitätabbilden. Die Dunkelziffer von Grenzverletzungen ist hoch – viele Betroffene melden Vorfälle nicht aus Scham, mangelnden Beweisen, fehlenden niedrigschwelligen Meldemöglichkeiten oder fehlendem Bewusstsein über Machtmissbrauch.
Ein gemeinsames Gewaltschutz-Konzept würde helfen, Verantwortung zu teilen und diesen Raum für alle sicherer zu machen. Die Entwicklung und Umsetzung wirksamer Schutzmaßnahmen erfordert jedoch die Berücksichtigung sehr unterschiedlicher Blickwinkel und vielfältiger Perspektiven. Deshalb möchten wir die Perspektiven unterschiedlicher Akteur:innen mit ihren eigenen Erfahrungen, Kompetenzen und Bedarfe einbringen– von Institutionen, Initiativen und Fachstellen bis hin zu Einzelpersonen, die tagtäglich im Kiez unterwegs sind. Gerade diese Vielfalt macht deutlich, dass Gewaltschutz eine kooperative Aufgabe ist, die nur im Zusammenspiel vieler Beteiligter gelingen kann.
06.02.2025 : Erster Ideenaustausch
Zusammenkommen der Vertreter:innen des Clubkombinats mit Julia Staron (BID Reeperbahn+), Lars Schütze (BID Reeperbahn+, IG St. Pauli), Nachtbeauftragter Sascha Bartz und freiberufliche Mediatorin sowie Mitarbeiterin des Projekts Nachbtbeauftragter St. Pauli, Nike Ostendarp.
In dieser Lagebesprechung erarbeiten wir die ersten drei Kernthemen: Anlaufstelle, Sensibilisierung, Monitoring.
Das bedeutet, dass wir mit unserem Projekt im Öffentlichen Raum dreierlei erreichen möchten: Wir wollen einen Infopoint schaffen für Betroffene von diskriminierender Gewalt, aber auch Menschen, die sich mit ihrem eigenen Umgang dazu auseinandersetzen möchten.
Dafür soll das Projekt ebenso ein Ort der Möglichkeit zur Sensibilisierung mit Gewalt- und Machtstrukturen werden.
Darüber hinaus möchten wir die aktuellen Aktivitäten, Fälle und Situationen, die sich als Gewalterfahrung beschreiben lassen, sammeln und dokumentieren (Monitoring).
Mitte Februar: Auftakt Workflow
Wenige Tage nach dem Ideenaustausch starten Anna und Katharina vom Clubkombinat gemeinsam mit der Mitarbeiterin vom Nachtbeauftragten St. Pauli Nike und richten einen Jour Fixe – ein wöchentliches Arbeitstreffen – ein.

Ende Februar – Mitte März:
Konzeptionierung & Visualisierung erster Ideen
Wir sammeln erste Gedanken über die Umsetzung unseres Projekts.
Hierbei entsteht die Idee für einen Info-Container auf dem Spielbudenplatz. Der Grundgedanke ist, einen Raum anzubieten, in dem sich Menschen selbstständig informieren können, kleine Aha-Momente erleben und uns gegebenfalls auch eigene Erfahrungen teilen können.
18.03.2025 : Zweites Auftakt-Meeting
Treffen mit Julia Staron (BID Reeperbahn+), Lars Schütze (BID Reeperbahn+, IG St. Pauli), Nachtbeauftragtem Sascha Bartz, Nike, Anna, Katharina, Werkstudentin Pauline Medebach und Christina Bahmann von Pink Pauli.
Die Idee der ersten visuellen Umsetzung auf dem Spielbudenplatz wird vorgestellt. Dazu sammeln wir Perspektiven zum Thema Monitoring und mobilen Befragungteams.
20.03.2025 : Austausch mit Empower
Im Austausch mit Vertreter:innen von empower, der Hamburger Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, konnten wir wertvolle Impulse und Hilfestellungen für unser Projekt gewinnen. Besonders hervorgehoben wurde die Bedeutung, verschiedene Communities aktiv einzubinden und unsere Arbeit konsequent aus unserer Perspektive heraus zu gestalten. Diese Anregungen helfen uns, unsere Angebote noch gezielter und wirkungsvoller auszurichten und die Bedürfnisse der von Diskriminierung Betroffenen in den Mittelpunkt zu stellen.
27.03.2025: Meeting mit Jochen Bohnsack / Spielbudenplatz
In einem Treffen mit dem Geschäftsführer des Spielbudenplatz St. Pauli Jochen Bohnsack, sagt dieser uns Unterstützung und die Nutzung des Platzes zu und erlaubt damit die Aufstellung eines Info-Containers.
April 2025: Finale Konzepterstellung für Kooperationen
In dieser Phase erarbeiten wir das endgültige Konzept für die Zusammenarbeit mit Kooperations-partner:innen, erstellen einen Projektplan und stellen das passende Team für die Gestaltung zusammen.
10.04.2025 : Kooperation mit Hanse-Repair
Die Firma Hanse-Repair sagt uns das Sponsoring eines Containers zu.
Er wird sogar größer als geplant und mit vielen Glasfenstern ausgestattet sein!

17.04.2025 : Austausch mit der Lawaetz-Stiftung
Im engen Austausch mit der Lawaetz-Stiftung über ausgewiesene Expertise im Bereich Gewaltschutz im öffentlichen Raum verfügt, kooperieren wir bezüglich der Hinweisstelle, um wirkungsvolle Schutzstrukturen zu entwickeln und umzusetzen.
24.04.2025: Finalisierung Standort und Zeitraum
Ende April stehen auch Ort und Zeitrahmen fest:
Unser Container wird sechs Wochen im Sommer 2025 auf dem Kiez zwischen Panoptikum und Taubenstraße stehen.

08.05.2025: Auftakt Meeting
Im Mai starten wir mit frischer Energie in die nächste Phase: die fokussierte Konzeptplanung!
Dafür hat sich ein engagiertes Team aus kreativen Köpfen zusammengeschlossen. Mit dabei sind Anna und Katharina vom Clubkombinat, Nike, Imke Pahl, aktiv in der Betroffenenunterstützung, Illustratorin Julia Bach, Veranstalterin & Bildungsreferentin Roxy Lofcali, Bildungs- und Kulturschaffende Leo Ruhland sowie Bestsellerautor und Moderator Paul Ninus Naujoks.
Gemeinsam entwickeln wir zu acht die Inhalte für unseren Container, knüpfen neue Verbindungen zu vielfältigen Communities und legen großen Wert auf Transparenz bei jedem Schritt unseres Projekts. Wir freuen uns darauf, gemeinsam mit euch Neues zu gestalten und spannende Impulse zu setzen!
15.05.2025: Follow Up Meeting
Nach einer intensiven ersten Woche, in der wir individuell und im engen Austausch Methoden, Texte, Kontakte und Umsetzungsideen gesammelt haben, kommt das Team erneut zusammen, um gemeinsam tiefer in die Thematik einzutauchen. Auf Basis der gesammelten Ergebnisse werden an diesem Tag erste Umsetzungskonzepte entwickelt und die Aufgaben im Team verteilt.
Ende Mai:
Die Arbeit ist im vollen Gange!
Unser Team arbeitet derzeit individuell oder in Kleingruppen parallel an mehreren wichtigen Baustellen: Zum einen stellen wir weitere Förderanträge, um eine verlässliche Finanzierung zu sichern und eine faire Bezahlung für alle Beteiligten zu ermöglichen.

Ein besonderer Fokus liegt aktuell auf der Gestaltung eines 88,30 m langen und 2,50 m hohen Banners, welcher am Bauzaun zwischen Panoptikum und Taubenstraße installiert werden soll. Das Designkonzept vereint ein detailreiches Wimmelbild zum Thema Self-Empowerment und Zivilcourage.
Parallel dazu entwickeln wir die gesammelten Ideen für den Container weiter und prüfen, wie diese vor Ort umgesetzt werden können. Auch der Aufbau der Projekt-Website steht auf unserer To-do-Liste.
28.5.2025: Unterstützende Beratungen & neue Finanzierungsquellen
Im Kontext der Konzeptentwicklung lassen wir uns von der Beratungsstelle für Betroffene rechter, rassistischer und antisemitischer Gewalt, Empower beraten. Für die Entwicklung der Meldestelle ziehen wir die Expertise der Lawaetz-Stiftung hinzu, um eine Verwertbarkeit der Daten sicherzustellen. Parallel führen wir Gespräche mit der Sozialbehörde, um die Projektförderung aufzustocken.

Anfang Juni: Erste Meilensteine sind erreicht
Unser großes Banner ging am 10.06. in den Druck! Damit ist der Weg frei, um unsere volle Aufmerksamkeit auf den Container und die Kommunikation zu richten. Hierfür wurden bereits erste Skizzen zu einem Reflexionsmodul sowie Texte für Informationsplakate erstellt. Gleichzeitig arbeiten wir an einem digitalen Formular, das als niedrigschwellige Meldestelle für Gewalterfahrungen dienen wird. Ergänzend entsteht eine Übersicht mit Anlaufstellen, an die sich Betroffene wenden können.
Auch die Öffentlichkeitsarbeit nimmt Fahrt auf: Wir formulieren gerade unsere Pressemitteilung und bereiten die Pressekonferenz zum Eröffnungstag vor. Außerdem wird das Konzept für unsere Social-Media-Kanäle weiter konkretisiert, um auch digital sichtbar und ansprechbar zu sein.
Und nicht zuletzt: Wir erarbeiten einen knackigen Namen für unser Projekt! Ein weiterer wichtiger Schritt – und wir freuen uns, bald mehr dazu verraten zu dürfen.
12.06.2025: Der Name steht!
Wir haben uns auf einen Projektnamen geeinigt: „wtf – what the fear“. Mit diesem Titel möchten wir einen provokanten und prägnanten Zugang zum Thema schaffen.
Inzwischen konnten wir auch einen Webdesigner gewinnen und stehen in engem Austausch über die Inhalte der Website. Daneben sammeln wir Ideen für Programmpunkte, die im Laufe der Projektzeit ab und zu am Container stattfinden und die Container-Inhalte begleiten sollen.
13.06.2025: Der Kiez hat einen neuen Container
Der Container ist da! Freudig nehmen wir den 360° gläserne Herzstück des Projekts entgegen. Die Projektvision wirkt nun zum greifen nah.
Nebenbei finden weitere Gespräche mit Stakeholdern statt und auch die Presse wurde nun offiziell informiert und zur Pressekonferenz am 19.06. Um 11 Uhr eingeladen.

Mitte Juni:
Ausbau des Containers
Endlich nimmt auch die Gestaltung des Containers Form an.
Dafür lassen wir Informations- und Aktions-Plakate sowie Sticker erstellen.
Zudem sind jetzt alle Hände gefragt: Das gesamte Team ist vor Ort, um den Banner aufzuhängen, den Container zu gestalten und neue Teammitglieder einzuarbeiten. Denn ab dem 19.06. benötigen wir zusätzliche Kräfte: An den Tagen rund um das Wochenende wird der Container für einige Stunden mit Personal besetzt sein, das mit den Besuchenden in den Austausch geht.
19.06.25: Die große Eröffnung!
Heute ist der große Tag! Bereits früh am Morgen versammelt sich das Team am Container und macht die letzten Schliffe. Um 11 Uhr empfangen wir die Presse im UWE und geleiten sie anschließend zu unserem Herzstück an den Spielbudenplatz.
Spannend geht es dann am Nachmittag weiter. Die offizielle Eröffnung findet um 17 Uhr statt.
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Alle weiteren Infos findet ihr ab nun unter: www.wtf-stpauli.org
Tagesaktuelle News entdeckt ihr auf: https://www.instagram.com/wtfstpauli/
